In der traditionalen Hierarchie nahmen der Krieger und der König den zweiten und, in manchen Fassungen, den höchsten aktiven Rang ein. Ihre Funktion war, die Ordnung zu halten und zu verteidigen, deren geistiges Fundament die priesterliche oder sakrale Autorität bewahrte. Das Ethos des Kriegers war geordnete Gewalt unter einem Maß. Es war die disziplinierte Fähigkeit, das Selbst für etwas aufs Spiel zu setzen, das über dem Selbst steht.
Das moderne Zeitalter hat den Kriegertypus und die königliche Funktion in technische und verwaltende Rollen aufgelöst. Mut wird umgedeutet als Bereitschaft, Gefühl zu zeigen oder gesellschaftliche Normen anzugreifen. Führung bemißt sich an managerischer Tüchtigkeit und an der Fähigkeit, Konsens zu halten. Die älteren Qualitäten der Distanz im Handeln, der Treue zum Eid und der Opferbereitschaft sind Restbestände geworden.
Der junge Mann, der den Zug des Kriegertypus spürt, muß diese Qualitäten in einer Form wiedergewinnen, die unter den gegenwärtigen Bedingungen möglich ist. Das Schlachtfeld ist oft nicht mehr der erste Schauplatz. Der Schauplatz ist der tägliche Widerstand gegen Weichheit, gegen die Forderung nach immerwährender Sicherheit und gegen die Reduktion jeder Bindung auf einen zeitweiligen Vertrag.
Das Königtum, das noch möglich bleibt, ist zuerst das Königtum über sich selbst. Der Mann, der seine eigenen Kräfte befehlen kann, der unter Druck aufrecht bleibt und der handelt, ohne von Begierde oder Furcht beherrscht zu werden, hat im kleinen bereits die königliche Funktion wiederhergestellt. Aus dieser Wiederherstellung wird ein anderes Verhältnis zur äußeren Autorität und zum äußeren Kampf möglich.