Julius Evola Daily

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Tag 32 — Das Ende wahrer Autorität

"Wahre Autorität ist die Ausstrahlung eines höheren Prinzips. Ist dieses Prinzip verworfen, bleibt nur Macht, Einfluß und die Verwaltung der Zustimmung." — Julius Evola, Menschen inmitten der Ruinen

Autorität im traditionalen Sinn war nie bloß die Fähigkeit, Gehorsam zu erzwingen. Sie war die sichtbare Gegenwart eines Prinzips, das über dem Einzelnen und über der Gesamtheit stand. Der König, der Kriegerführer, der Priester oder das Haupt eines Geschlechts trugen eine qualitative Autorität. Sie stammte aus der Berührung mit etwas Höherem und forderte darum eine freie Anerkennung, keine bloße Berechnung der Gewalt.

Der moderne Prozeß hat diese Form der Autorität durch technische Macht und durch die fortgesetzte Aushandlung der Zustimmung ersetzt. Führer sind Manager. Ihre Legitimität bemißt sich an Zustimmungswerten, an wirtschaftlicher Leistung oder an der Fähigkeit, den sozialen Frieden zu halten. Die höhere Dimension ist aus dem politischen und gesellschaftlichen Wortschatz verschwunden.

Der junge Mann, der noch das Bedürfnis nach einer echten Autorität spürt, findet im Zeitalter nur Ersatz. Man sagt ihm, er solle dem Experten vertrauen, der Mehrheit oder der charismatischen Persönlichkeit des Augenblicks. Keines davon kann die Forderung nach einem Prinzip stillen, das selbst keiner Revision unterliegt.

Die Wiedergewinnung des Sinnes für wahre Autorität beginnt im Einzelnen. Der Mann, der ein höheres Maß erkennen und sich daran binden kann, hat in seiner eigenen Person bereits die Bedingung wiederhergestellt, die das Zeitalter abgeschafft hat. Aus dieser inneren Wiederherstellung wird ein anderes Verhältnis zur äußeren Autorität möglich.

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