Julius Evola Daily

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Tag 358 — Isolation als Bedingung

"Der differenzierte Mensch muß imstande sein, zu leben, als wäre er der Letzte seiner Art, ohne Bitterkeit und ohne das Bedürfnis nach Gesellschaft im Gesetz, dem er dient." — Julius Evola, Den Tiger reiten

Isolation als Bedingung ist die Annahme, daß der höhere Typus in einem späten Zeitalter oft ohne ein Volk stehen wird und dennoch Form halten muß. Isolation ist hier keine Stimmung und keine Marke. Sie ist eine Tatsache des Zyklus. Das Klima, das einst Gefährten gleichen Ranges hervorbrachte, hat sich verdünnt. Ein Mann, der einen passenden Kreis verlangt, bevor er steht, wird warten, bis er aufgelöst ist.

Junge Männer behandeln Isolation entweder als Tragödie oder als Identität. Die Tragödie macht sie hungrig nach jeder Menge, die ein paar der richtigen Worte spricht. Die Identität macht sie stolz auf die Leere. Beide verfehlen den Punkt. Isolation ist das gegebene Wetter. Die Aufgabe ist, der Freundschaft fähig zu bleiben, ohne die Freundschaft zur Bedingung des Maßes zu machen.

Diese angenommene Isolation ist die restliche Form des älteren traditionalen Wissens von der Einsamkeit als geistigem Zustand. Einsamkeit war einst ein Aufstieg. Sie ist jetzt oft eine Auferlegung. Der Mann, der die Auferlegung als Aufstieg nutzt, vollzieht bereits die restliche Tat.

Nimm Isolation als Bedingung an. Romantisiere sie nicht und fliehe sie nicht in ein falsches Volk. Die restliche Tat ist, das Maß intakt zu halten, ob Gefährten erscheinen oder nicht. Gefährtenschaft, wenn sie kommt, wird dann ein Überschuß sein und kein Bedürfnis.

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