Julius Evola Daily

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Tag 220 — Vertikale Kontinuität im restlichen Zeitalter

"Vertikale Kontinuität muß vom Individuum aufrechterhalten werden, wenn jede kollektive Form dieser Kontinuität aufgelöst worden ist." — Julius Evola, Revolte gegen die moderne Welt

Vertikale Kontinuität muß jetzt ohne jede kollektive Struktur aufrechterhalten werden, die sie einst möglich machte. Der restliche Mann setzt dieselbe Orientierung fort, die traditionale Zivilisationen einst ordnete. Die Kontinuität ist restlich, weil sie nicht mehr von äußeren Stützen abhängt. Die Orientierung selbst bleibt dieselbe.

Junge Männer, die das Vertikale noch spüren, suchen oft nach restlichen Institutionen oder Linien, die die Kontinuität für sie tragen. Das meiste, was sie finden, ist bereits von den horizontalen Kräften des Zeitalters geformt. Der restliche Weg wartet nicht auf solche Träger. Er setzt die vertikale Orientierung von innen fort.

Diese innere Kontinuität ist die restliche Form der älteren traditionalen Achse, die den Einzelnen einst mit höheren Ordnungen des Seins verband. Der Mann, der sie gegenwärtig hält, vollzieht bereits die restliche Pflicht. Diese Pflicht wird nicht weniger wirklich, weil sie nicht mehr kollektiv ist.

Halte vertikale Kontinuität. Warte nicht darauf, daß das Zeitalter die Strukturen wiederherstellt, die Kontinuität einst zu einer gemeinsamen Wirklichkeit machten. Die restliche Tat ist, die bleibende Orientierung wirksam zu halten in einer Welt, die keinen Platz dafür hat. Diese Wirksamkeit ist die Kontinuität des höheren Typus.

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