Restliches Handeln ist Handeln, das noch vom bleibenden Maß ausgeht, nachdem die kollektiven Formen, die solches Handeln einst aufnahmen, verschwunden sind. Es wartet kein sakrales Amt mehr auf die Tat, keine anerkannte Hierarchie, die ihr einen Rang zuweisen würde. Der Mann, der die Lage versteht, schiebt das Handeln nicht auf, bis jene Formen wiederkehren. Er handelt in dem, was bleibt, nach demselben vertikalen Kriterium, das einst traditionale Führung ordnete.
Weil das Feld keinen öffentlichen Rang mehr verleiht, muß die Rechtfertigung der Tat innerlich sein, auch wenn die Tat sichtbar ist. Theatralische Opposition behandelt das Feld als Bühne. Rückzug behandelt es als unwürdig jeder Beteiligung. Beides verfehlt die Aufgabe. Was das Maß unter den gegebenen Bedingungen verlangt, ist meist bescheiden im Aussehen: ein Werk, das sauber getan wird, ein Leib unter Befehl, ein Wort, das zurückgehalten wird, eine Pflicht, die ohne Publikum erfüllt wird.
Junge Männer verwechseln dies mit Rückzug oder mit Schaustellung. Rückzug fühlt sich rein an, weil er die Berührung verweigert. Schaustellung fühlt sich viril an, weil sie eine Szene erzeugt. Keines von beiden hält das Maß unversehrt, während der Mann sich noch bewegen muß. Das späte Zeitalter bietet ihm Rollen für beide Fehler an. Er muß das Angebot sehen, bevor er hineintritt.
Handle von dem Zentrum aus, das du wirklich hast. Der Wert der Tat liegt darin, daß sie noch geschieht, wo nichts um sie herum sie trägt. Eine wiederhergestellte Ordnung würde solches Handeln leichter erkennbar machen. Leichte Erkennbarkeit ist nicht die Prüfung. Die Prüfung ist, ob die Tat noch einem Maß antwortet, das die umgebende Welt nicht mehr liefert.