Julius Evola Daily

EN
← Tag 162 Tag 164 →

Tag 163 — Aufrechtbleiben als restliche Tat

"In der restlichen Phase ist die erste Tat einfach, nach dem bleibenden Maß aufrecht zu bleiben, wenn jede stützende Struktur entzogen worden ist." — Julius Evola, Den Tiger reiten

Aufrechtbleiben als restliche Tat ist die einfachste und genaueste Aussage des Weges. Die traditionale Welt lieferte Formen, die den höheren Typus zum natürlichen Erzeugnis der Teilnahme an jenen Formen machten. Das restliche Zeitalter liefert das Gegenteil. Aufrechtbleiben unter diesen Bedingungen ist nicht länger das Nebenprodukt einer geordneten Umgebung. Es ist die bewußte restliche Tat, die der differenzierte Mensch ununterbrochen vollziehen muß.

Die Tat ist nicht dramatisch. Sie ist die tägliche Erhaltung der restlichen Achse, der inneren Form und der bereits gesetzten Anwendungen. Sie ist die Weigerung, der Auflösung zu gestatten, das Maß umzuschreiben. Sie ist die fortgesetzte Gegenwart der höheren Qualität in einem Mann, der keine äußere Bestätigung jener Qualität mehr empfängt. Die Anhäufung solcher Tage ist die restliche Kontinuität.

Junge Männer, die diese Tiefe der Folge erreichen, suchen oft einen spektakuläreren Schluß. Der restliche Weg liefert keinen. Der Schluß ist das fortgesetzte Aufrechtbleiben selbst. Der Mann, der das Maß unter restlichem Druck hält, hat die wesentliche Tat bereits vollzogen. Für die restliche Möglichkeit, wirklich zu sein, wird nichts Weiteres verlangt.

Bleibe aufrecht. Halte die restliche Achse, ohne vom Zeitalter eine stützende Bühne zu verlangen. Der Mann, der das tut, hat die Bewegung, die das tiefere Material geklärt hat, bereits vollendet. Jenes Aufrechtbleiben ist der restliche Sieg des Typus.

← Tag 162 Tag 164 →