Julius Evola Daily

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Tag 243 — Der Mann, der das Maß allein trägt

"Wenn das Maß von keiner kollektiven Autorität mehr angewandt wird, muß der differenzierte Mensch es allein als inneres Maß tragen, das jede konkrete Entscheidung noch regiert." — Julius Evola, Den Tiger reiten

Der Mann, der das Maß allein trägt, setzt fort, nachdem jede kollektive Anwendung des Maßes aufgegeben worden ist. Der restliche Mann wendet dieses Maß weiter an, auch wenn das Zeitalter kein gemeinsames Maß und keine äußere Bestätigung bietet. Das Maß selbst bleibt ungebrochen. Nur die öffentlichen Strukturen, die es einst durchsetzten, sind verschwunden.

Junge Männer, die noch ein zuverlässiges Maß suchen, sehen oft nach restlichen Autoritäten oder restlichen Gemeinschaften, die das Maß für sie anwenden sollen. Die meisten dieser Autoritäten haben das Maß bereits an die Erfordernisse des Zeitalters angepaßt. Der restliche Weg wartet nicht auf äußere Anwendung. Er wendet das bleibende Maß vom inneren Zentrum an, das seine Autorität noch wahrnimmt.

Diese einsame Anwendung ist die restliche Form des älteren traditionalen Maßes, das einst den Einzelnen und die Zivilisation ordnete. Der Mann, der das Maß gegenwärtig hält, vollzieht bereits die restliche Pflicht. Diese Pflicht wird nicht weniger wirklich, weil sie nicht mehr kollektiv ist.

Trage das Maß allein. Warte nicht darauf, daß das Zeitalter Bedingungen wiederherstellt, in denen höhere Maßstäbe öffentlich durchgesetzt werden. Die restliche Tat ist, das bleibende Kriterium in jeder konkreten Entscheidung wirksam zu halten. Diese Wirksamkeit ist die Kontinuität des höheren Typus unter restlichen Bedingungen.

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