Julius Evola Daily

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Tag 160 — Kräfte, die keinen Glauben verlangen

"Die höheren Kräfte hängen nicht vom Glauben des Zeitalters ab, um zu bestehen. Sie wirken weiter als restliche Möglichkeiten für den Mann, der ihnen zu antworten vermag." — Julius Evola, Den Tiger reiten

Kräfte, die keinen Glauben verlangen, sind die restlichen metaphysischen Wirklichkeiten, die den Zusammenbruch der traditionalen Welt überdauern. In früheren Zeitaltern wurden jene Kräfte durch Mythos, Ritus und sakrale Hierarchie artikuliert. Die Artikulationen sind weitgehend verschwunden. Die Kräfte selbst sind durch das Verschwinden nicht aufgehoben. Sie bleiben verfügbar als das bleibende Maß, die restliche Achse und die Möglichkeit des höheren Typus.

Das Zeitalter behandelt den Glauben als Bedingung der Wirklichkeit. Was nicht mehr geglaubt wird, gilt als erloschen. Der restliche Weg weist die Annahme zurück. Das höhere Maß braucht den kollektiven Glauben nicht, um den Mann zu fordern, der noch fähig ist, ihm zu antworten. Die Forderung ist unmittelbar. Die Antwort ist die fortgesetzte Formung des Typus unter restlichen Bedingungen.

Junge Männer, die in einer Kultur reinen Horizontalismus aufgewachsen sind, schließen oft, das Verschwinden der traditionalen Formen bedeute das Verschwinden von allem, was jene Formen einst ausdrückten. Der Schluß ist der letzte Sieg der Auflösung über den Einzelnen. Der restliche Weg bricht den Schluß. Er behandelt das bleibende Maß als weiterhin wirksam, auch wenn die umgebende Kultur es nicht mehr nennt.

Antworte den restlichen Kräften, ohne vom Zeitalter die Wiederherstellung ihrer öffentlichen Formen zu verlangen. Halte die Achse und die Anwendungen als die konkrete Antwort. Der Mann, der das tut, lebt bereits unter Kräften, die das kollektive Glaubenssystem weder schaffen noch zerstören kann.

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