Souveränität ohne Anerkennung ist die Bedingung des restlichen Typus. In früheren Zeitaltern war Souveränität sichtbar. Sie war verkörpert im König, in der Kriegeraristokratie, in der sakralen Hierarchie. Jene Verkörperungen sind verschwunden. Was bleibt, ist die Möglichkeit einer inneren Souveränität, die vom Zeitalter keine Anerkennung verlangt. Der Mann, der sie ausübt, beherrscht den einzigen Bereich, der ihm noch vollständig zur Verfügung steht: sich selbst.
Anerkennung ist eine horizontale Forderung. Der Mann, der sie braucht, mißt seinen Stand weiter an der Antwort der anderen. Jene Messung führt den kollektiven Maßstab wieder in das Innenleben ein. Souveränität ohne Anerkennung schneidet die Forderung ab. Der Mann handelt, entscheidet und ordnet seine Existenz nach dem bleibenden Maß. Ob das Zeitalter es merkt oder billigt, wird für die Gültigkeit der Handlung belanglos.
Junge Männer, die in einer Kultur ständiger Bestätigung aufgewachsen sind, finden diese Haltung schwer. Das Fehlen eines äußeren Echos erscheint als Fehlen der Wirklichkeit. Die Schwierigkeit ist der Rückstand der horizontalen Formung. Wird das Bedürfnis nach Anerkennung gelöst, wird der innere Raum stiller und genauer. Die Entscheidungen gewinnen ihr eigenes Gewicht zurück, weil sie nicht mehr für ein Publikum ausgeführt werden, das nicht existiert.
Übe die restliche Souveränität täglich. Halte den Leib, die Rede und die Aufmerksamkeit unter dem höheren Maß, ohne auf die Bestätigung zu warten, daß das Maß noch gelte. Der Mann, der so handelt, ist bereits souverän in dem einzigen Sinn, der unversehrt bleibt. Jene Souveränität ist die restliche Form des traditionalen Prinzips der Überlegenheit.